|
Letzte Atualisierung: |
||||
Pfarrer |
|
langsam nehmen wir wieder Abschied von einem Sommer. Tragen wir vielleicht eine schöne Reise als eindrückliche Erinnerung in uns oder Tage großer Ruhe, in denen wir in uns etwas wiederfanden, was sonst in unserem Lebensrhythmus verdeckt ist, in manchen Augenblicken so wie der Blick zum Himmel, wenn ein anderes Wetter aufzieht spüren wir auch etwas von unserer unmerklichen Reise durch die Zeit. Gesichter, die sich lange gleichen, zeigen eines Tages die Spuren von Wegen und Geschichten, in denen die Wärme der Liebe und manchmal das Leid ihres Verlustes, die glücklichen Tage von Erfolgen und festen Ortsbestimmungen, die Schmerzen von Krankheiten und Verletzungen, die vielen Stunden den Stoff des Lebens ausgemacht haben. Wir haben viele Jahre Zeit, uns in jenes Gefühl, jene Ahnung einzuüben, dass alles einmalig und unwiederbringlich ist. Das Buch des Predigers memoriert zeitlos über diese Zeitlichkeit oder Eitelkeit aller Dinge: alles ist ein Hauch. Wer zu einem Band von Rilke greift, wird auf manche Zeile stoßen, in der das große Thema des Abschieds wehmütig-golden aufleuchtet „denn Bleiben ist nirgends“. Nicht nur Skepsis und Melancholie sind Begriffe für dieses Gefühl menschlicher Begrenztheit. Dankbarkeit und die ausgestreckte Hand des „carpe diem“, der Tisch der Freude, an dem wir Menschen zusammen essen und trinken, das Leben teilen, gehören als andere Seite unabdingbar dazu. Auf diesem Hintergrund zeichnet sich nun auch für mich in der näheren Ferne ein Abschied ab: Mit diesem Schuljahr beginnt mein letztes Dienstjahr in der Gemeinde. „So Gott will und wir leben“ (Jak 4,15) werde ich im September 2011 in den vorzeitigen Ruhestand treten. Was es darüber zu sagen gibt, soll noch am rechten Ort und zu gegebener Zeit geschehen. Mit dieser Ankündigung, die auch allgemeiner kirchlicher Praxis entspricht, möchte ich mir und uns allen bewusst machen, dass dieses Jahr noch einmal ein Jahr besonderer Wahrnehmung sein könnte, ein Jahr von Begegnung, Klärung und Abschied. Bitten wir Gott, den Herrn unseres Lebens und unserer Geschichte, er möge uns in der Einmaligkeit und Unverfügbarkeit aller Tage und Stunden mit seinem Segen weiter nahe bleiben und die Dinge vollenden, wie es in seinem Willen steht. Mit herzlichen Grüßen
|
||
|
|
||||
| Ältere Beiträge im Überblick finden Sie im Archiv | ||||
|
© 2010 |
||