Pfarrer Selunka

 


     
   

 

Liebe Gemeinde,

"Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn...." heißt es im Psalm 127.

Wer einem Kind das Leben schenken kann, wird immer eine tiefe, überwältigende Freude spüren, weil er teil hat an dem Wunder des Lebens und der ganzen Schöpfung. Die Medizin hat viel dafür getan, dass Elternschaft weithin möglich ist, und nicht, wie in den Jahrtausenden vor uns, ein unverfügbares, oftmals unerfülltes Geschenk darstellt.

Dennoch bleibt das Psalmwort die letzte Antwort auf diesen hochkomplizierten, fantastischen Vorgang der Reproduktion des Lebens - und es stellt uns in eine große Verantwortung, für das Leben in höchstem Maße Sorge zu tragen.

Nun wird in unserer Gesellschaft über verschiedene Themen diskutiert, die allesamt mit dem Werden und Wachsen des Lebens zu tun haben und mit unserer Verantwortung.

In der Diskussion um die "embryonalen Stammzellen" geht es um die grundsätzliche Frage, ob man menschliches Leben in seinem ganz frühen Zustand zu wissenschaftlichen und medizinischen Zwecken nutzen und dann töten kann. Es ist dies eine Frage der Abwägung, weil diese Versuche, so hofft man, dazu führen sollen, verschiedenen schwere Krankheiten und damit verbundenes Leiden zu heilen. (diese Thematik soll uns noch ausführlicher in der nächsten Zeit beschäftigen).

Auch die pränatale Diagnostik, die helfen soll, schwere Erkrankungen eines Embryos zu erkennen und Entscheidungen für Therapie oder auch Tötung zu finden, bewegt sich in einem großen Spannungsfeld, wie erst jüngst ein Gerichtsprozeß in Frankreich deutlich gemacht hatte.

Die unter dem Begriff "Pisa-Studien" bekannt gewordenen Untersuchungen zum Lernvermögen von Schülern haben für unser Land ein wenig schmeichelhaftes Ergebnis gebracht.

Über die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in unserm Land wird kaum offen diskutiert, nur die Fachleute sprechen von einer katastrophalen Entwicklung.

Allerdings spüren wir alle, dass bei den Diskussionen über Kindergärten- und Schulschließungen im Hintergrund unsere Zukunft steht.

In diesem Sinne stehen wir vor großen Herausforderungen, die uns alle betreffen, und in die wir auch als Christen in besonderer Weise involviert, wo wir gefragt sind.

Ich hoffe, daß uns in diesem Jahr manches gelingt, wenn wir es im Vertrauen zu Gott und der Bitte um seinen Segen tun.

Mit herzlichen Grüßen,
im Namen der Mitarbeiter und Kirchvorsteher

Ihr Pfr. Dietmar Selunka

 


 

 

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