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Hier der Bericht über die Rüstzeit in Herrnhut. Rüstzeit in Herrnhut Auch in diesem Jahr wurden die Menschen in der 2. Lebenshälfte aus unserer Gemeinde zur Rüstzeit nach Herrnhut eingeladen. Eine Gruppe von 8 Seniorinnen fand sich zusammen. Die Hinreise am 9.10.2001 und die Rückfahrt am 14. 10. erfolgten mit Privatautos. Das Tagungs- und Erholungsheim Herrnhut war den meisten von uns ein vertrauter Ort durch Rüstzeiten in den vergangenen Jahren. So wurden wir als bekannte Gäste herzlich begrüßt und erhielten gleich unsere Zimmer. Die Tage hatten ihren bestimmten Ablauf. Sie begannen mit einer Andacht, einem Frühstück mit Angeboten, die allen Wünschen gerecht wurden. Dann ging's zur Arbeit. Verschiedene Themen wurden von Pfarrer Selunka behandelt, denen sich stets ein Gedankenaustausch anschloß. Alle beteiligten sich lebhaft daran. Manchmal zog es uns anschließend noch zu einem vormittäglichen Bummel an die frische Luft. Nach einem köstlichen Mittagessen blieb Zeit für eine kurze Ruhepause. An den Nachmittagen stand jeweils eine kleine Unternehmung auf dem Plan mit Autos, was nicht möglich gewesen wäre, wenn nicht Herr Selunka Sen. mit seinem Wagen unseren Autopark ergänzt hätte. Nach dem Abendbrot wurde der Tag mit einer Lesung aus dem Buch von Umberto Eco: "Der Name der Rose" beendet und klang aus mit Abendlied und Gebet. Als Bibelarbeit beschäftigten wir uns mit den Geschichten Abrahams, den Verheißungen und der Geburt seiner Söhne Ismael und Isaak (1.Mose 15.16.u. 21). Dies führte uns zu einem unserer Hauptthemen, dem Islam, der sich auf den Urvater Abraham und seinen Sohn Ismael beruft. Ein kurzer Abriß über die Entstehung des Islam wurde uns gegeben. Die entscheidende Persönlichkeit war Mohammed (570-632), der nach seiner Erleuchtung die religiösen Vorstellungen der arabischen Stämme zusammenfaßte und für die Ausbreitung der neuen Religion sorgte. Wir hörten Ausführungen über das Wesen des Islam und seiner geschichtlichen Entwicklung bis auf den heutigen Tag. Natürlich fand auch die Begegnung mit dem Christentum Erwähnung. Zur Vertiefung des Themas trugen 2 Filme bei, der eine über das Leben einer modernen islamischen Familie und der zweite von Prof. Hans Küng "Spurensuche" im Islam mit der Vision einer Weltethik aller Religionen. Das nächste Thema für unsere Arbeit war die
Taufe, ihre Bedeutung, die Taufpraxis im Laufe der Jahrhunderte und
in den verschiedenen Konfessionen, der Handlungsverlauf, auch im Taufgottesdienst
in Loschwitz. Am 1. Nachmittag lockte herrliches Herbstwetter zur Ausfahrt. Wir bestiegen den Hochwald - stolz, daß wir Senioren das geschafft hatten - und wurden mit einer prächtigen Aussicht belohnt. Sehr beeindruckend war tags darauf ein Besuch im Behindertenheim Katharinenhof in Großhennersdorf mit Führung durch Anlage, Therapiebad, Werkstatt. Wir erfuhren vieles aus dem Leben mit den Heimbewohnern. Am Freitagnachmittag ging's zum Kloster Marienthal. Eine Besonderheit ist dort der neuangelegte Bibelpflanzengarten. Da an diesem Abend Matthias Eisenberg in der nahen Kirche zu Bernstadt ein Orgelkonzert gab, konnten wir uns das nicht entgehen lassen. Es war hinreißend. Wie andere Jahre krönte ein Tagesausflug unser Zusammensein. Kleinbus und PKW brachten uns ins Riesengebirge, nach Agnetendorf (Jagniatków), wo wir das soeben wieder eröffnete Gerhart-Hauptmann-Haus mit seinen neuen Ausstellungen besichtigten. Schon während der Hinfahrt beeindruckend, konnten wir vor der großartigen Kulisse der gesamten Riesengebirgskette unsere Mittagsrast halten. Der Sonntagsgottesdienst in der Brüdergemeine bedeutete für uns alle einen guten Abschluß. Eine Idee von Pfarrer Selunka war, daß jeder von uns einen, d.h. seinen Halbedelstein bekam, der, vom Spender vor jeder Mahlzeit neu verteilt, als Tischkarte diente. So wurde das Gespräch mit jeweils neuen Tischnachbarn angeregt. Es waren wieder bereichernde und beglückende Tage in harmonischer Gemeinsamkeit im lieben Herrnhut. Dr. Friederike Trefftz, Astrid Schönfeld
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© 2001 |
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