Berichte aus der Gemeinde

 

   
   

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Helferausflug am 15. Juni 2000

Zur Tradition geworden sind die allj”hrlichen Busausfl¸ge ins "Blaue" als Dank f¸r diejenigen Gemeindeglieder, die auf unterschiedliche Weise mithelfen, Aufgaben in der Gemeinde zu erf¸llen. In diesem Jahr schlossen sich in einem zweiten Bus die ehrenamtlichen Mitarbeiter der ÷kumenischen Sozialstation an.

Entgegen der bisher ¸blichen Fahrtrichtung nach Ost oder West ging es diesmal wie Pfarrer Selunka verk¸ndete nach "Mitternacht", also nordw”rts. Dabei fuhren wir an der ersten –stlichen Begrenzungslinie der deutschen Besiedlung entlang, die markiert wird durch vier tausendj”hrige an der Elbe liegende Orte. Vorbei an Meiþen, das immer sch–ner wird, ging die Fahrt nach Strehla.

Dort machten wir ganz in der N”he des alten Schlosses Station zum Kaffeetrinken. Durch Belgern ging es dem Ziel Torgau entgegen, dessen Einwohner sich nach der Wende in einem Volksentscheid in ¸berwiegender Mehrheit zu Sachsen bekannten.

Nach einer Irrfahrt durch die engen, noch dazu durch parkende Autos fast zugestellten Straþen der unzerst–rten Stadt versammelten wir uns im Hof des Schlosses Hartenfels, das auf einem harten Porphyrfelsen ¸ber der Elbe thront.

Herr Kr¸ger, ein ehemaliger Lehrer und Mitglied des Gemeindekirchenrates, erz”hlte uns mit viel Liebe zu seiner Heimatstadt zun”chst von dem wechselvollen Schicksal des Schlosses. Die Wettiner erhoben es 1456 zu ihrer Residenz. Aber nur vier Kurf¸rsten der ernestinischen Linie, darunter Friedrich der Weise, regierten hier, bevor die Kurw¸rde an die Albertiner ging.

Im ”ltesten Teil des Schlosses, das nach und nach restauriert wird, fand 1627 die Urauff¸hrung der ersten deutschen Oper "Daphne" von Heinrich Sch¸tz statt. Durch ein Portal, das in reichem Figurenwerk u.a. Werkzeuge der Kreuzigung Jesu zeigt, betreten wir die Schloþkirche.

Sie wurde beim Bau des Schlosses 1543-44 als erste protestantische Kirche in Deutschland unter beratender Mitwirkung Martin Luthers gebaut. Wir sind von der Schlichtheit und zugleich Vielgestaltigkeit der rechteckigen gut ¸berschaubaren Halle mit sp”tgotischem Gew–lbe beeindruckt. In der Mitte der L”ngsseite, protestantisches Programm, befindet sich die Kanzel.

Am Kanzelkorb sind in drei Flachreliefs neutestamentliche Szenen dargestellt: Jesus als Zw–lfj”hriger im Tempel, Jesus mit der Ehebrecherin und Jesus treibt die H”ndler aus.

Anschlieþend besichtigten wir noch die Stadtkirche St. Marien, eine sp”tgotische dreischiffige Hallenkirche. Als wertvollsten Schatz besitzt sie das 1507 von Lukas Cranach d.A. geschaffene Gem”lde "Die vierzehn Nothelfer".

Begraben ist hier auch die Frau Martin Luthers, Katharina von Bora, deren Grabstein erhalten ist. Sie starb an den Folgen eines Verkehrsunfalles, wie man heute sagen w¸rde. Die Kutsche, mit der sie aus dem von der Pest heimgesuchten Wittenberg zu Verwandten nach Torgau fliehen wollte, st¸rzte um.

In der Gastst”tte "Brauhof Torgau", das die Frau eines ehemaligen Konfirmanden von Pfarrer Selunka betreibt, st”rkten wir uns an einem appetitlich angerichteten Aufschnitt-Teller, ehe der Ausflug bei einer beschaulichen Fahrt im milden Abendlicht des langen Junitages zu Ende ging.

Heinz K¸hnert

 



 

 

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