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Bericht über die Familienrüstzeit vom 3. - 5. März 2000
auf der Friedensburg in Rathen
Bei naßkaltem Wetter trafen wir am 3.3. ab 17 Uhr ein, um die zweite
Familienrüstzeit auf der schönen Friedensburg in Rathen zu begehen.
Insgeheim hatte wohl jeder auf besseres Wetter gehofft, zumal der Termin
noch später festgesetzt war als im vorigen Jahr. Spätestens jedoch nach
dem Betreten unserer Herberge und der freundlichen Begrüßung durch die
Burgschwestern wurde uns warm um's Herz. Die zauberhafte Atmosphäre
dieser Einrichtung, die Sächsische Schweiz im Hintergrund und die Erinnerung
an das letzte Jahr waren wohl einige Gründe dafür.
Mit dem gemeinsamen Abendbrot im fürstlichen Speisesaal wurde die
Rüstzeit eröffnet. Einige Spiele für Kinder und Erwachsene folgten einschließlich
der beliebten "Begrüßungsrakete". Nach der Kinderbettzeit versammelten
sich wir Erwachsene in der Veranda und tauschten uns gegenseitig über
unseren aktuellen Stand im Privat-, Familien- und Berufsleben aus. Erfreulich
war auch, daß die Heizung uns sogar nach 22 Uhr weiter mit äußerer Wärme
versorgte, was wir noch im Vorjahr nicht feststellen konnten.
Der nächste Tag begrüßte uns verschneit und kalt, wurde durch das
Frühstück begonnen und mit einem Ausflug auf die Festung Königstein
fortgesetzt. Hin und wieder brach die Sonne heraus und setzte das schöne
Umland in abwechslungsreiche Beleuchtung bei herrlicher Fernsicht.
Während der verschneiten und windigen Phasen boten uns zahlreiche Gebäude,
Museen und Keller interessanten Unterschlupf und Einblick über die wechselvolle
Geschichte der Veste Königstein. Nach der Rückkehr und dem Mittagessen
versammelten wir uns am Nachmittag zum Thema "Erziehung und Familie"
die mit einem Vortrag von Herrn Katschner mit dem Thema "Kinder und
Medien" eröffnet wurde.
Probleme mit Okkultismus und der Einfluß anderer Religionen auf unseren
christlichen Glauben standen ebenso im Mittelpunkt wie New Age und seine
Auswirkungen.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, daß es im Zeitalter
der Globalisierung schwer und auch nicht in allen Bereichen nötig ist,
absolute Grenzen zu ziehen oder sich den verschiedenen auch ethnischen
Einflüssen zu entziehen. Die Zeit reichte leider nicht aus, um das Thema
erschöpfend zu behandeln, eine Fortsetzung wird nötig sein.
Der Abend brachte uns nach dem Abendbrot die Faschingsfeier mit reizenden
Verkleidungen und fröhlichen Spielen, die unter dem Thema "Arche Noah"
geplant waren. Die Kostüme spiegelten demzufolge überwiegend das Tierreich
wider, aber auch noah- und familienähnliche Erscheinungen waren zu erleben.
Den Höhepunkt des Abends nach einer Polonaise und Pfänderspielen bildete
wohl ein Luftballonmatch, welches in der Diele zu zwei Mannschaften,
die parallel zu den Längswänden saßen, ausgetragen wurde. Hierbei war
es den Spielern verboten aufzustehen und Ziel des Kampfes war es, möglichst
viele "Bälle" hinter die Rückenlinie des feindlichen Lagers zu schießen.
Die gestrenge Schiedsrichtergilde bildeten Pfarrer Selunka und Herr
Wiemer. Letzterer stellte sich übrigens als reizendes Insekt, vermutlich
aus der Gattung der Schmetterlinge, dar.
Nachdem alle Kinder und müde Erwachsene ins Bett gefallen waren, versammelte
sich noch eine kleine Schar, um im Speisesaal den Abend ausklingen zu
lassen.
Als wir am nächsten Morgen das Frühstück in aller Ruhe genossen hatten
gestalteten Herr Selunka und Herr Wiemer einen sehr schönen Familien-Erlebnis-Gottesdienst
im Sinne der Geschichte Noahs. Die Sitzplätze wurden in symbolischer
Schiffsform aufgestellt und jeder bekam eine Blume als Sinnbild der
Hoffnung und hatte die Möglichkeit, sie mit einem persönlichen Wunsch
auf Noahs Altar niederzulegen.
Abschluß bildete ein Dia-Lichtbilderbeitrag mit Musik, welcher das
Thema in illustrierter Form wiedergab. Danach versammelten wir uns zu
einer letzten Gesprächsrunde und versuchten über die Erarbeitung der
gestellten Themen und über die Rüstzeit zu resümieren und neue Pläne
für das nächste Jahr zu schmieden.
Fazit:
Ich glaube, die Rüstzeit war für alle Beteiligten eine Bereicherung
und trug zur Pflege und Festigung der Gemeinschaft bei. Daß keine weiteren
Familien hinzugewonnen werden konnten und im Wesentlichen der "harte
Kern" des Vorjahres sich versammelt hatte, lag unser gemeinsam erörterten
Vermutung nach wohl darin, daß trotz Veröffentlichung im Gemeindeblatt
einige Familien vielleicht persönlich angesprochen werden möchten, daß
eine auffällige Werbung an der Anschlagsäule in der Kirche fehlte oder
daß so kurz nach den Winterferien vielleicht das Reisebudget aufgebraucht
war.
Ich möchte an dieser Stelle alle Familien ermutigen einige Zeilen an
das Pfarramt zu schicken und darin Meinungen zum Thema Familienrüstzeit
oder Hindernisse an einer Teilnahme aufzuzeigen.
Johannes Dose
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