Wohnungslosen- Nachtcafé Loschwitz 2006/2007

Ein Bericht von Volker Wendlandt


   

In der vergangenen Wintersaison fand nunmehr im 7. Jahr in Folge – immer in der Nacht von Donnerstag zu Freitag – das Wohnungslosen-Nachtcafé im Gemeindehaus, in den zur Verfügung gestellten Räumen der Grundstraße 36, statt.

Die Nachtcafés der Dresdner Kirchen gibt es bereits seit elf Jahren.

Das Nachtcafé Loschwitz stellt, wie alle anderen Nachtcafés (vier evangelische, zwei katholische und die Heilsarmee) jeweils für eine Nacht in der Woche in der Zeit von November bis zum März, zwischen 20.00 und 8.00 Uhr, die Gemeinde- bzw. die Kirchenräume für Wohnungslose zur Verfügung. Die Kirchgemeinden betreiben die Nachtcafés auf ehrenamtlicher Basis. Sie werden von zwei ABM-Mitarbeitern maßgeblich unterstützt. Die Finanzierung wird bis auf einen Personalkosten-Zuschuss von der ARGE Dresden für beide ABM-Kräfte überwiegend aus Spenden gesichert. Das Verhalten in allen Nachtcafés regelt eine verbindliche Hausordnung. Jährlich sind ca. 26 Helfer im Nachtcafé Loschwitz engagiert (von über 170 engagierten Helfern in allen Nachtcafés), die viel Mitgefühl, Toleranz, Zeit und Kraft aufwenden und somit ein Zeichen für Menschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität setzen. 

Vier bis sechs freiwillige Helfer teilen sich dabei pro Nacht in drei Schichten die Küchen-, Reinigungs- und Betreuungsarbeiten. Es wird eingeladen zu Gesprächen und zum Spielen, es gibt warme Getränke und Kuchen sowie ein warmes Abendessen und morgens ein gemeinsames Frühstück. Es besteht die Möglichkeit, Wäsche zu waschen und zu trocknen und sich zu duschen. Zur Übernachtung stehen ca. 20 einfache Nachtlager bereit, bestehend aus Isomatte, Bettwäsche, Decken und Kissen. Alles in allem wird von jedem Besucher 1.- €, unabhängig von dem Bedarf an Getränken, Essen und anderen Leistungen erhoben. Das miteinander Reden – besonders mit den Helfern - hat einen ganz besonderen Stellenwert für die wohnungslosen Bürger. 

Die Nachtcafés haben in den zurückliegenden Winterzeiträumen durchschnittlich 21 Besucher und davon 18 obdachlose Menschen pro Nacht betreut, wobei erstmalig seit Bestehen der Nachtcafés die Besucherzahl in der vergangenen Wintersaison geringer war (evtl. dem milden Winter zuzuordnen). Damit wurden in Loschwitz über 360 Betreuungen durchgeführt.

Es hatten sich wiederum 3 Ärzte für die medizinische Betreuung der Wohnungslosen in den Nachtcafés freiwillig zur Verfügung gestellt. Die drei Ärzte konnten somit während der letzten Wintersaison in 23 Einsätzen zahlreiche Behandlungen bei den Gästen durchführen, die sich sonst nicht in ärztliche Betreuung begeben hätten. Es wurde gemeinsam mit dem Gesundheitsamt im fünften Jahr in Folge eine Grippeschutzimpfung für die Besucher an drei Terminen mit guter Resonanz durchgeführt. Eine besondere Unterstützung über eine Sammel-und Spendenaktion von Medikamenten und Verbandsmaterial erfolgte durch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen, Bezirksstelle Dresden. Einmal im Monat kam eine ehrenamtliche Friseurmeisterin nach Loschwitz und schnitt den Besuchern die Haare.

Besonderer Dank gilt der Kirchgemeinde Loschwitz, dem Pfarrer Selunka für die Trägerschaft, der Kanzlei für die zusätzlichen Arbeiten, der Kirchgemeinde für die Bereitstellung der Räume und ganz besonders den engagierten freiwilligen Helfern und Unterstützern für ihre Arbeit. Des Weiteren danken wir der jahrelangen zuverlässigen Unterstützung durch die Bäckerei/ Café Wippler (Körnerplatz), die Feinbäckerei Walther und die Fleischerei Müller (beide Rissweg), dem Ev.- Luth. Diakonissen-Krankenhaus, der Dresdner Tafel sowie allen Gebern für ihre Sach- und Geldspenden. Ohne diese Unterstützung wäre die Nachtcafé-Arbeit nicht möglich.

Wir sind sehr froh, dass Glieder unserer und benachbarter Gemeinden und auch verschiedener Konfessionen oder auch nicht konfessionell gebundene Bürger ihr soziales Engagement auf diese Weise zum Ausdruck bringen. Wir bitten auch für die kommende Saison wieder um ihre Mithilfe

Volker Wendlandt (Mitverantw. des Trägerkreises d. Nachtcafés)



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