Aktuelles aus der Gemeinde

 

     
   

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Erw”hlt und machtlos

Der 29. Deutsche Kirchentag in Stuttgart. Eine Rolltreppe f”hrt uns aus dem U-Bahnschacht ins Abendlicht. Volksfeststimmung - sommerlich gekleidete Menschen auf dem Boulevard. Keine Ecke, wo man nicht von mindestens einem Lautsprecher mit Musik erreicht wird..
Imbiþbuden mit regionalen Spezialit”ten. B”rtige mit umgeh”ngten Tafeln: Bibelzitate. Tanz, Wind, Fest. Wir laufen am Neuen Schloþ vorbei und essen gebratene Maultaschen, sitze an einem Springbrunnen und lesen das Programmbuch: Zukunft des Menschen und der Gesellschaft, Globalisierung. Schlagwortthemen. Was bleibt, wenn der Alltag das Erlebte siebt?

Jeder Tag begann mit einer Bibelarbeit: Beeindruckt hat Dorothee S–lle: feministische Theologie: Herr, deine Geistin. Interessant in diesem Zusammenhang war auch der Versuch zur Neubelebung erstarrter religi–ser Begriffe: um dem bei der Gottnennung differenzierenden Urtext gerechter zu werden, wurde in der Kirchentags¸bersetzung der Gottesname Adonaj wieder eingef¸hrt.

Gespr”che ¸ber Globalisierung haben wir schon –fters auch mit dem Pfarrer gef¸hrt. Hintergrund gewinnen solche Debatten, wenn EU-Beauftragter T–pfert und Ern”hrungsexperten aus Indien erkl”ren: Wieviel Millionen Menschen in Asien und Afrika mit amerikanischen und auch europ”ischen Beschl¸ssen ¸bergangen werden. Stichwort: Hybridsaatgut. Christiane von Weizs”cker nannte Herrn T–pfert einen in der Praxis geheilten Politiker. Bei dieser Veranstaltung wurde auch eine Aufforderung zum Verkaufsstop von genmanipuliertem Weizen abgestimmt. 3000 Menschen in der Halle stimmten daf¸r. Die allgemeine Ohnmacht ist erdr¸ckend.

Unz”hlige weitere Veranstaltungen, unter anderem auch mit dem sicher Loschwitzern bekannten Schweizer Theologen Hollenweger. Der Kirchentag ist wohl die politischste Bewegung des deutschen Protestantismus, als solche aber ein wunderbarer Gesellschaftsspiegel. Doch dieser politischen Tendenz etwas zuzusetzen, las der "Mystiker" J–rg Zink Texte mit gemeinsamen Meditations¸bungen. Da war zum Beispiel die Rede von der nach dem Himmel zu offenen Kirche, und Herr Selunka sprach entgeistert: die hatten wir ja schon in Loschwitz.

Fast 70000 Menschen nahmen am Abschluþgottesdienst teil im Gottlieb-Daimler-Stadion. Nach kurzem Straþenkampf bekamen wir noch Karten. Eine Faszination, der man sich schwerlich entziehen kann: Tausende singen, tanzen, beten, h–ren; 1500 Bl”ser, ein noch gr–þerer Chor, Laola-Wellen und Giora Feidmann spielt ¸ber den Summton von unz”hligen Klarinetten. Vier Leute waren wir aus der Loschwitzer Gemeinde.

Wem das Erz”hlte nicht Anregung genug ist, das n”chste Mal mitzufahren, dem sei gesagt, eine 600 km Fahrt mit unserem Pfarrer sollte man sich nicht entgehen lassen.

Johannes G”rtner

 




 

 

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