zur Audio Navigationsdateizur Audio Navigationsdatei

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 6. Februar 2008 
 

Unsere Gemeindefahrt zum Elisabethjahr 2007 nach Eisenach
2. Teil, unsere Reise
 

1207 – 2007, achthundert Jahre ist es her, seit Elisabeth, diese große Gestalt des Mittelalters, das Licht der Welt erblickte. Das Land Thüringen mit seinen katholischen und evangelischen Kirchen hat aus diesem Grund ein Elisabethjahr ausgerufen und zu zahlreichen Veranstaltungen in die Wartburgstadt und auch an andere Orte eingeladen.

Also machte sich auch eine reise- und gesangesfreudige Gesellschaft aus unserer Gemeinde auf, um ein wenig auf den Spuren der heiligen Elisabeth pilgernd zu wandeln. Der Wetterbericht lud ebenfalls ein, so dass leichte Kleidung angesagt war und das Gepäck entsprechend ausfallen konnte. So trafen sich am Morgen des 13. Juli 2007 42 muntere Leute, überwiegend der reiferen Generation zugehörig, am Neustädter Bahnhof, um im ICE gen Eisenach ihre voll klimatisierten und reservierten Plätze einzunehmen, worauf sich das Gefährt für Bundesbahnverhältnisse ungemein pünktlich in Marsch setzte. Ebenso pünktlich traf man gegen Mittag nach manchem Bahnschwätzchen oder einigen Seiten Lektüre am Ziel ein, wo bereits der Gepäckträger des Hotels „Am Bachhaus“ wartete, um Koffer, Kisten und Kasten in Empfang zu nehmen. Leider konnte das Hotel gegenüber dem Bachhaus erst am Nachmittag bezogen werden, so dass wir uns in der Stadt zunächst etwas die Füße vertreten mussten, denn am Nachmittag hatten wir einen Gruppentermin auf der Wartburg zur Besichtigung der 3. Thüringer Landesausstellung, die ganz auf das Elisabethjahr ausgerichtet war.

In über 20 Räumen waren zahlreiche wertvolle Dokumente, Kunstwerke und auch zeitgenössische Alltagsgegenstände ausgestellt, die einen kleinen Einblick in den Zeitgeist des 13. Jahrhunderts und das Leben der heiligen Elisabeth gaben. Die Ausstellung war in zwei Themenkomplexe gegliedert.

Der erste vermittelte einen Einblick in ihren Lebensweg, das höfische Umfeld, die religiösen Zeithintergründe und das Wesen mittelalterlicher Armutsbewegungen. Er zeigt das Spannungsfeld, dem sich Elisabeth als eine Angehörige des europäischen Hochadels aussetzte, als sie sich nach ihrer Begegnung mit den religiösen Armutsbewegungen ihrer Zeit für ein Leben in radikaler Umsetzung der christlichen Gebote der Armut, Demut und Nächstenliebe entschied.

Der zweite Teil veranschaulicht die bis in die Gegenwart andauernde Nachwirkung, die von der 1235 Heiliggesprochenen ausging. Keine andere Heiligengestalt des hohen und späten Mittelalters hat eine so vielfältige, europaweite und bis heute lebendige Verehrung erfahren. Über die Umbrüche der Reformation hinweg blieb Elisabeth von Thüringen in der Moderne eine Integrationsfigur für Katholiken und Protestanten und ein Vorbild für mitmenschliches Handeln und soziale Verantwortung.

Zum Abendbrot im Hotel und danach gab es dann reichlich Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche.

Am darauffolgenden Tag, dem Sonnabend, gingen wir auf dem neu zwischen Eisenach und Marburg errichteten Elisabethpfad, einem ganz kleinen Teil des ehemaligen Jakobsweges, auf Pilgerschaft in das nahe gelegene Creuzburg. Das Wetter meinte es überaus gut und verwöhnte uns den ganzen Tag mit prächtigem Sonnenschein. Nach einem kurzen Gebet mit Morgenchoral auf dem Waidenplan machte sich die Gruppe auf und zog zunächst entlang der Hörsel bis zur Einmündung in die Werra bei dem kleinen Ort Hörschel. Dort gab es eine mittägliche Rast, bei der uns die ortsansässige Vorsitzende des Kirchenvorstandes das hübsche kleine Ortskirchlein nahe brachte. Anschließend wurden die letzten 7 Kilometer immer entlang der Werra bis nach Creuzburg durch Wiesen und aufgelockerte Waldstreifen zurückgelegt. Creuzburg, ein malerisches kleines Städtchen direkt an der Werra, beherbergt die gleichnamige Burg, die ebenfalls fest mit der Elisabethgeschichte verbunden ist, war sie doch die Sommerresidenz der Landgrafenfamilie. Auf ihr hat Elisabeth oft verweilt und eines ihrer Kinder zur Welt gebracht. Weiterhin war die Creuzburg der Ort, an dem sie von ihrem Mann Abschied nahm, als der sich auf den Kreuzzug begab. Nach unserer Ankunft nahmen wir am Elisabeth-Tag teil, einem Mittelalterspektakel, bei dem mit einem historischen Festumzug an jene Zeit erinnert wurde. Da auch auf Grund der Wärme kaum noch Lust bestand, die 17 Kilometer wieder nach Eisenach zurück zu wandern, wurde einstimmig beschlossen, die Rückfahrt mit dem Bus zu machen.

Am darauf folgenden Sonntag waren wir zunächst zusammen im Gottesdienst in der Georgenkirche, an dem Ort, an dem Elisabeth getraut wurde und der eng mit der Wirksamkeit Johann Sebastian Bachs verbunden ist. Am Nachmittag konnten wir noch an einer Stadtführung teilnehmen, bei der uns in etwa 1,5 Std. von einer sehr charmanten Stadtführerin wesentliche Sehenswürdigkeiten um das Stadtzentrum herum gezeigt und erklärt wurden. Auf Grund der inzwischen gewaltigen Hitze war dann die Lust auf weitere Unternehmungen in der Gruppe erst einmal abgeklungen, so dass wir und zu einer Schlussrunde in den Kartaus-Garten zurückzogen, um dort im Schatten noch einmal die letzten Tage zu bedenken und dann bis zur Abfahrt des Zuges die Seele langsam auspendeln zu lassen.

Ein Bericht von Christoph Schmidt

 
 
© 2008