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Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 5. Juni 2008 
 

Mein Einsatz im Kinderheim von Tapa/Estland
 

Seit September 2007 bin ich nun schon in Estland und mache dort ein „Diakonisches Jahr im Ausland“ bzw. einen „Europäischen Freiwilligendienst“ noch bis Juli 2008. Nach dem Abitur wollte ich etwas ganz anderes machen, was ich so vorher noch nicht erlebt hatte. Anstatt gleich mit dem Studium oder einer Ausbildung anzufangen, wollte ich lieber neue Erfahrungen in einem anderen Land machen. Bis jetzt kann ich nur sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war, weil man einer anderen Kultur und den Menschen des Landes ganz nahe kommt und den eigenen Horizont erweitern kann. So bekomme ich zum Beispiel einen neuen Blick auf Heimat und Familie und fühle mich in der Welt sicherer bzw. bin anderen Ländern gegenüber offener geworden. Und so ganz nebenbei lernt man praktischer Weise noch eine neue Sprache (in meinem Fall Estnisch). Als Freiwilliger im Ausland kann ich außerdem meine sozialen Fähigkeiten testen und Menschen helfen, was ja eine tolle Sache ist.

Ich wohne in Tapa, einer Kleinstadt mit ca. 7000 Einwohnern im Norden Estlands, und arbeite dort von Montag bis Freitag hauptsächlich in einem Kinderheim, aber auch noch in einer Suppenküche für Obdachlose und Alkoholiker und in der estnischen Schule von Tapa. Im Kinderheim sind meist 12 bis 15 Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen kommen oder gar keine Eltern mehr haben. Das jüngste Kind ist noch ein Baby mit 7 Monaten und die Ältesten sind 17 Jahre alt. Mein Arbeitsalltag mit den Kindern besteht aus Spielen, Malen, Basteln, Spaziergänge machen und dort helfen, wo ich gerade gebraucht werde. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, und die Kinder sind mir inzwischen so sehr ans Herz gewachsen, dass ich gar nicht an den Abschied im Sommer denken möchte. Momentan bemale ich die Wände mit vielen bunten Bildern, um das Kinderheim noch farbiger und freundlicher zu gestalten. Was mir besonders gefällt ist, dass mir viele Freiheiten gelassen werden in bezug auf meine Aufgaben/Aktivitäten im Kinderheim und die Abwechslung, die ich durch meine Arbeit in der Suppenküche und in der Schule habe.

Es wird versucht, den Alltag der Kinder so schön wie möglich zu gestalten, doch fehlt es oft einfach an Geld, um Dinge für die Freizeit zu kaufen. So haben die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel keine Fahrräder. Das würde ich gerne ändern – durch eine Spendenaktion der Loschwitzer Kirchgemeinde! Ich rufe hiermit alle Gemeindemitglieder herzlichst dazu auf, eine kleine Spende für das Kinderheim, in dem ich eingesetzt bin, zu opfern, damit die Kinder dort ab diesem Sommer Fahrrad fahren können wie andere Kinder auch. Unter dem Verwendungszweck „Kinderheim Estland“ können Überweisungen auf das Konto der Loschwitzer Kirche (s. Impressum) getätigt werden. Es wäre sehr schön, wenn am Ende der Spendenaktion im Juni 2008 Geld für vier oder fünf Kinderfahrräder zusammenkommen könnte. Ein Fahrrad kostet etwa 250 €.

Wer sich für meinen Aufenthalt und meine Arbeit hier in Estland interessiert oder Fragen zur Spendenaktion hat, kann mich gerne unter der Mailadresse bennowachler@web.de anschreiben! Wenn ich im Juli nach dem Ablauf meines Projekts wieder aus Estland  zurückkomme, werde ich der Gemeinde bestimmt auch einige Bilder zeigen können. Bis dahin sende ich viele Grüße an die Loschwitzer Gemeinde.

Benno Wachler, Gemeindemitglied seit 2001 und Mitglied der JG Loschwitz


Einladung zu einem ökumenischen Meditationskreis

Nicht nur Ordensleute aus früheren Jahrhunderten, wie z. B. Meister Eckhart, Teresa von Avila, Ignatius von Loyola oder Marie Ward, haben das kontemplative Beten (lauschend, beschaulich, besinnlich) gepflegt und dabei ganz innige Erfahrungen der Nähe Gottes gemacht. Auch heute noch können Kontemplation oder Meditation Wege sein, Großes, Wichtiges für das eigene Leben zu entdecken; sie können viel Kraft und Klarheit erschließen helfen. Sören Kierkegaard beschreibt eine solche Art des Betens so:

Als mein Gebet
immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde,
was womöglich noch ein größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.
Ich meinte erst, Beten sei Reden.
Ich lernte aber,
dass Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern Hören.
So ist es:
Beten heißt nicht sich selbst reden hören.
Beten heißt:
Still werden und still sein und warten,
bis der Betende Gott hört.

Wer Erfahrung mit kontemplativem Gebet oder Meditation (wie z. B. auch Zen) hat und eine regelmäßig stattfindende Gruppe dafür sucht, ist herzlich eingeladen zum Meditationskreis im Haus HohenEichen in Dresden-Hosterwitz, Dresdner Straße 73. Die Gruppe trifft sich aller vierzehn Tage mittwochs zwischen 19.30 und 21.00 Uhr, beginnend am 9. Januar, nach der Osterpause am 2. April sowie nach der Sommerpause am 3. September. Näheres kann erfragt werden bei Pater Markus Franz im Haus HohenEichen, Tel. 0351/261640, oder in unserer Gemeinde bei Bärbel John, Tel. 0351/4220858.

Nicht so gut geeignet ist das Angebot für diejenigen, die kontemplatives Beten erstmalig kennenlernen wollen. Für Interessierte gibt es im Herbst in der Dreikönigskirche wieder eine Einführung in christliche Meditation: vom 19. November bis 17. Dezember jeweils Mittwochabends. Weitere Möglichkeiten, mit Meditation vertraut zu werden, finden sich in Kursangeboten des Hauses HohenEichen (z. B. Ökumenische Kurzexerzitien Ende April) oder im Haus der Stille in Grumbach (z. B. der Kurs „Mystik praktisch“ sowie ein Meditations- und Schweigewochenende, beides im Juni). Die Kursprogramme sind im Internet zu finden unter www.haus-der-stille.net bzw. unter www.jesuiten.org/haus.hoheneichen

Bärbel John

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