Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 4. Februar 2009 
 

Seniorenrüstzeit in Herrnhut

 


Auch im September 2008 reisten wieder 10 Gemeindeglieder mit Pfarrer Selunka nach Herrnhut zur Rüstzeit.

Das Tagungs- und Erholungsheim der Brüderunität ist uns nun schon sehr vertraut, und wir richteten uns schnell in unseren bequemen Zimmern ein.

Die Tage standen unter dem Thema:
DIE VIELFALT DER KIRCHEN UND DIE EINHEIT DES GLAUBENS!

An jedem Vormittag nach Morgenandacht und gutem Frühstück lasen wir Abschnitte des Epheserbriefes. Wir sprachen uns über die Aussagen des Textes intensiv aus und verstanden die Anliegen des Briefes. An mehreren Stellen ruft der Briefschreiber dringend zur Einheit der Christen auf. In unseren Glaubensbekenntnissen wird das vorausgegangene Ringen um diese Einheit erkennbar.

Ergänzend zu dem Thema sahen wir an den Abenden Videos, eines – im Zeitraffertempo – über die Geschichte des Christentums, ein weiteres „Getrennte Wege – 2000 Jahre Christentum“, ein Film des Theologen Hans Küng, ein drittes über Roger Schütz, den Prior der Bruderschaft von Taizé, der einfühlsam und eindringlich sein Anliegen, besonders an junge Menschen, zum Ausdruck brachte.

Diese Filme gaben Anregungen, sich darüber weiter auszutauschen, nachzufragen, Neues zu begreifen. Unsere beiden Flötenquartett-Mitglieder lockerten die Gespräche mit ihrer Musik auf.

Natürlich haben wir an den Nachmittagen wieder verschiedene Ausfahrten mit dem Kleinbus und dem Pkw unternommen.

Wir erreichten Oybin (für eine von uns eine „Erstbesteigung“), wir besuchten Waltersdorf, die Hänge der Lausche, und wanderten ein wenig auf bequemen Waldwegen.

Der Löbauer Berg mit seinem erneuerten gusseisernen Turm war ein weiteres Ziel. Viele von uns stiegen hinauf und genossen einen wunderschönen Rundblick. Jeden Tag lud ein gemütliches Café zum Verweilen – und zum Aufwärmen – ein.

Am Sonnabend waren wir den ganzen Tag unterwegs mit einem Reisebus. Es ging nach Nordosten; wir besuchten den Pückler-Park in Muskau und bewunderten das fast fertig renovierte Schloß. Weiter führte uns die Route nach Rietschen in das Museumsdorf mit den alten Schrotholzhäusern, einer besonderen Bauweise dieser Gegend. Etwas entfernt davon fanden wir auch das Schrotholzkirchlein von Sprey, nachdem wir zuvor in der Gaststätte des Museumsdorfes herzlich zum Mittagessen empfangen worden waren.

Danach ging's zum Findlingspark in Nochten: In einem renaturierten Tagebaugelände ist ein landschaftsarchitektonisch interessanter Park angelegt worden. Zwischen enormen Findlingen wachsen Sträucher, Bäumchen, Blumenpolster, Heidekraut. Manches blüht auch im September noch ganz farbenprächtig. So liegt wieder Hoffnung auf geschundener Erde.

Am Sonntagmorgen verließen wir Herrnhut und erlebten einen schönen Erntedankfest-Gottesdienst in der Kirche von Kottmarsdorf. Wir beteten miteinander: „Gott, erhalte mir die Gabe, dass ich schätze, was ich habe“.

Nach dem Mittagessen in Friedersdorf reisten wir wieder nach Hause.

Wir sind alle dankbar für das Erlebte, auch die beiden, die das erste Mal dabei waren.

In harmonischer Offenheit verliefen die Tage, an die wir noch lange denken werden.

Astrid Schönfeld

 
 
© 2009